MINT400
Ein Treffen in der gekrümmten Raumzeit (Die MINT 400 in Berlin)
Am 1. und 2. Dezember durften 4 SchülerInnen der Oberstufe und 1 Lehrerin sich in Berlin der gemeinsamen Leidenschaft für die Naturwissenschaften hingeben. Der Verein MINT-EC hatte 438 SchülerInnen und etwa 150 LehrerInnen aller Mitgliedsschulen eingeladen, dort gemeinsam etwas Neues zu lernen und sich auszutauschen.
Auf dem Programm standen Vorträge von Sponsoren, eine Stadtrundfahrt, die Preisverleihung des internationalen Chemie-Wettbewerbs und spannende Workshops.
So besuchten wir am Freitag unter anderem das Max-Planck-Institutes für Gravitationsphysik in Potsdam-Golm, wo Dr. Frederic Schuller uns eigentlich sehr anschaulich die mathematische Anatomie des Universums und ganz nebenbei auch die allgemeine Relativitätstheorie erklärte. Dennoch nichts für mathematisch schwache Nerven! Schließlich benötigten wir eine multidimensionale Kettenregel für Ableitungen, eine durchaus komplexe Vorstellung von Vektorräumen und zahlreiche Summenzeichen, um nachzuweisen, dass die Gravitationskraft nicht nur als Kraft sondern ebenso als Krümmung der Raumzeit verstanden werden kann. Kurz: Planeten werden nicht von der Gravitation auf eliptischen Bahnen gehalten, sondern bewegen sich auf "Geraden". Die kürzeste Verbindung von zwei Punkten in 4 Dimensionen entspricht nämlich der Planetenbahn.
Wem der Kopf schwirrte, der konnte sich leicht damit trösten, dass selbst die anwesenden Mathe- und Physiklehrer nicht alles verstanden. In anderen Workshops wurden Solarzellen gebaut, Roboter programmiert oder die Neurobiologie von Bienen erforscht.
Während des Abschlussabends durften wir den Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Gerhard Ertl kennenlernen und eine imposante Jonglage-Show mit scheinbar fliegenden Schmetterlingen aus LED-Bändern bewundern. Die wenige Freizeit, die uns noch übrigblieb, haben wir natürlich genutzt, um Berlin unsicher zu machen.
Eine berreichernde Erfahrung war es mit Sicherheit für uns alle, mal ohne Klausurstress und Schulmief etwas Spannendes zu lernen, und für philosophische Gespräche über das Wesen von Raum und Materie nicht komisch angeschaut zu werden!
