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Differenzierungskurs Kreatives Schreiben

Um kreativ zu sein, braucht es Freiraum. Etwas, das durch Schulzeitverkürzung, zentrale Prüfungen und volle Lehrpläne immer seltener zu finden ist. Hier setzt unser Differenzierungsmodell an: Es verschafft  den Schülern, aber auch den Lehrern Freiräume und Experimentierfelder.

In einem dieser Räume versuchen sich unsere Schriftsteller in den Jahrgangsstufen 8 und 9. Im Diff-Kurs „Kreatives Schreiben“ haben sie die Gelegenheit, zu ganz verschiedenen Schreibanlässen eigene Texte zu produzieren, sich spielerisch mit Sprache auseinanderzusetzen und sich mit den anderen Nachwuchsschriftstellern auszutauschen. Letztendlich schafft es jeder Kursteilnehmer, Anregendes, Spannendes, Rührendes, Lustiges, Unterhaltsames, aber auch Tiefgreifendes zu schreiben, sei in Form von Kurzgeschichten oder Gedichten oder dialogischen Texten.

Was unsere Schülerinnen und Schüler daraus machen, sollen hier zwei Kurzgeschichten zeigen, die im ersten Halbjahr 2009/2010 entstanden sind.


Die erste Kurzgeschichte mit dem Titel „Nein! Dieses Kind wird nicht angenommen!“ ist von Laura Schwammborn, derzeit Klasse 9D.



Dieses Kind wird nicht angenommen!

von Laura Schwammborn

Ich war verzweifelt! Wie oft hatte ich das schon in Filmen gesehen? Die Mädchen waren 17 oder auch erst 15. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich war mir selbst noch nicht ganz sicher, aber es waren jetzt schon sechs Wochen vergangen, seit ich meine letzte Periode hatte. „Louisa, kommst du bitte, es gibt Essen!“, hörte ich die Stimme meiner Mutter von unten rufen. Sie gab sich sehr viel Mühe mit mir. Wie konnte ich ihr nur beibringen, dass ich wahrscheinlich schwanger war?  ...

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Die Kurzgeschichte „Ganz normal“ von Ellen Jäger, derzeit ebenfalls Klasse 9D, konnte sogar die Jury des 8. Kölner Kurzgeschichtenwettbewerbs 2009 überzeugen, der von der Fachschaft Germanistik und Prof. Dr. Esselborn vom Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln ausgerichtet wird. Sie gewann den Wettbewerb und konnte ihre Geschichte im Januar in der Studiobühne in Köln rund 50 zuhörenden Gästen präsentieren.



Ganz normal

von Ellen Jäger

Zusammengekauert saß ich hinter dem Sofa. Ich spürte, dass jemand näher kam und hielt die Luft an. Eine Gänsehaut überkam mich, ich zitterte. Wütend versuchte ich meinen Körper wieder unter Kontrolle zu bekommen, das Zittern hörte sich in meinen Ohren an, als würden tausend Elefanten durch das Wohnzimmer trampeln. Er kam unaufhaltsam näher.

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Dirk Leistikow