Vom Top-Manager lernen
Wie wäre es, für einen Tag Chef eines der größten deutschen Versicherungsunternehmen zu sein? Was ist dran am Mythos Manager? Und wie gehen Manager mit unternehmerischer und gesellschaftlicher Verantwortung um? Im Rahmen der bundesweiten Schüleraktion „Chef für einen Tag“ diskutierten Schülerinnen und Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums mit DEVK-Vorstand Engelbert Fassbender.
Insgesamt haben in diesem Jahr deutschlandweit acht Klassen oder Kurse die Möglichkeit, an der Aktion teilzunehmen. Weitere Schüler kommen aus Bocholt, Darmstadt, Frankfurt (Oder), Hanau, Ingolstadt, Münster und Waiblingen. Sie alle wurden aus mehr als 260 Anwärtern ausgewählt und haben sich in einem Bewerbungswettbewerb durchgesetzt.
In ihrer Bewerbung für die Teilnahme an der Aktion hatten sich die Schüler mit dem Imagefilm des Versicherers auseinandergesetzt und daran anknüpfend ihre Fragen formuliert. „Wie soll ich mich als junger Mensch versichern?“, wollte Vanessa wissen. „Hat die Versicherungsbranche Lehren aus der Finanzkrise gezogen?“, fragte Julian. Und wo sieht Fassbender die Verantwortung der Manager nach der Finanzkrise, hakte Charlotte nach. Erik interessierte, was die Zielgruppe der DEVK ist und ob das Unternehmen saisonal wirbt. Länger als eine Stunde nutzten die 21 Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Sozialwissenschaften die Möglichkeit, vom Top-Manager zu lernen.
Auch wenn die DEVK nach der Höhe ihrer Beitragseinnahmen in Deutschland nur auf Platz 22 bis 23 liegt, so steht sie mit Platz 5 bei Bekanntheit und Image sehr gut da. „Das liegt daran, dass wir in unserer Werbung den Alltag abbilden und nicht die heile Welt“, erklärte Fassbender, der bei dem Versicherer im Vorstand für Vertrieb und Marketing verantwortlich ist. Werbung müsse rational geplant und deren Wirkung immer wieder überprüft werden. Dann könne man auch mit dem vergleichsweise kleinen Etat von fünf Millionen Euro viel erreichen. Andere Wettbewerber gäben bis zu 80 Millionen Euro pro Jahr für ihre Werbung aus.
„Schule sollte auf Leben treffen und Lernziele anbieten, die erreichbar sind“, meinte Fachlehrer Boris Couchoud. Die Aktion „Chef für einen Tag“ biete genau die motivierende Lernatmosphäre dafür. Außerdem sieht er für sich als Lehrer in der Kooperation mit der Wirtschaft Vorteile: „Nicht nur, dass mein Unterricht an Authentizität gewinnt, auch kann ich in Berufsberatungssituationen Schüler viel besser auf die Anforderungen der Wirtschaft vorbereiten.“ Und Schulleiter Wolfgang Knoch freute sich „auf ein das spannendes Projekt für die Schüler.“
Am ersten Oktoberwochenende können die Schülerinnen und Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums in einem so genannten Management Audit in Frankfurt unter Beweis stellen, wer heute schon Chefqualitäten hat. Wer aus diesem Kurs das „Casting“ gewinnt, darf Anfang November einen Tag lang auf dem Chefsessel von Engelbert Faßbender Platz nehmen.
Bild: Thomas Rabsch

